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Cochlea Implantat Verband NRW e.V. - taub und trotzdem hören

Bundestag, Peter HölterhoffInitiative zum Welttag des Hörens vor dem Deutschen Bundestag
Vor dem Bundestag informierte am 16.02.22 der Deutsche Schwerhörigenbund (DSB) und die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft (DCIG) Politikerinnen und Politiker über bessere Versorgungsstandards für stark hörgeschädigte Menschen.
Foto: Peter Hölterhoff
Auftakt zum bevorstehenden Welttag des Hörens:


Einen Vormittag lang informierte die beiden Verbände zahlreiche Vertreter des politischen Lebens über die Notwendigkeit besserer Versorgungsstandards für stark hörgeschädigte Menschen sowie über die Chancen einer Versorgung mit dem Cochlea-Implantat (CI). Im Rahmen der Initiative gab es einen lebendigen Austausch mit den Besuchern, der schon bald vielfältig Fortsetzung finden soll. Zudem nutzten Politikerinnen und Politiker die Möglichkeit zum Hörtest im HÖRMobil.
Neben Dr. Matthias Müller, Präsident des DSB, waren auch Dr. Roland Zeh, Präsident der Deutschen Cochlea Implant Gesellschaft, sowie weitere Repräsentanten wie Dr. Harald Seidler (Chefarzt der CI-Reha-Klinik in St. Wendel) und weitere Vertreter der Schwerhörigen-Selbsthilfe vor Ort dabei.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranstaltet am 3. März den Welthörtag, der auch vom DSB und der DCIG engagiert unterstützt wird. Die Schirmherrschaft hat in diesem Jahr Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach übernommen.
Etwa 16 Millionen[1] Bundesbürgerinnen und Bundesbürger (ca. 20%) leben mit einer Hörbeeinträchtigung, und nicht wenigen von ihnen können Hörgeräte keine ausreichende Hilfe bieten. Eine angemessene Alternative für sehr viele hochgradig hörgeschädigte, an Taubheit grenzende schwerhörige Menschen könnte die Versorgung mit einem Cochlea-Implantat (CI) sein.
Eine Versorgung mit einem CI kann das Sprachverstehen und die Lebensqualität dieser Menschen deutlich verbessern. Doch bislang erhalten hierzulande noch viel zu wenige Betroffene Zugang zu einer CI-Implantation/Therapie. Laut Schätzungen ist von 20 hochgradig hörgeschädigten Bundesbürgern, die von der Versorgung profitieren könnten, gerade mal einer mit dem Cochlea-Implantat versorgt. Abstriche in der Lebensqualität, psychische Erkrankungen, Arbeitslosigkeit und damit einhergehende Folgekosten… – die Auswirkungen dieser Versorgungslücke sind sowohl für die Betroffenen selbst als auch für die Gesellschaft gravierend.
Zahlreiche Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags nutzten die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die Versorgungsstandards für hochgradig hörgeschädigte Menschen zu informieren. Zu den Gästen zählten darüber hinaus aber auch weitere Vertreter des politischen Lebens.
„Es ist wichtig, dass jeder hörgeschädigte Mensch in Deutschland Zugang zu einer Hörversorgung erhält, die ihm bestmögliche Kommunikation sowie eine möglichst uneingeschränkte Teilhabe sichert“, so Hubert Hüppe (CDU), ordentliches Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, bei seinem Besuch am DSB-HÖRMobil. „Um dies sicherzustellen, gibt es offensichtlich weiteren Handlungsbedarf. Ich möchte gerne mehr über die bestehende Versorgungslücke sowie über die Chancen von Cochlea-Implantaten erfahren und das Thema – trotz der aktuellen Herausforderungen der Pandemie – keinesfalls aus den Augen verlieren.“ Ein weiterer Austausch soll bei nächster Gelegenheit folgen.
„Die gute Resonanz, die unsere heutige bei den Vertreterinnen und Vertretern des politischen Lebens fand, freut uns sehr und stimmt uns optimistisch“, so noch einmal Dr. Matthias Müller.
„Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Partnern und allen Schwerhörigen das Bewusstsein zu schärfen: Eine hochwertige Cochlea-Implantat-Versorgung kann vielen hochgradig schwerhörigen Menschen ein großes Plus an Teilhabe und Lebensqualität ermöglichen. Das CI bietet große Chancen für uns alle; zudem wird diese Versorgung üblicher Weise von den Krankenkassen finanziert. Es ist jedoch wichtig, den Zugang zur Implantation/Therapie zu erleichtern und sie im allgemeinen Bewusstsein zu verankern. Die Unterstützung engagierter Fürsprecher aus der Politik ist dafür unabdingbar.“

Quelle: DSB, DCIG

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