BGW lädt zum Dialog über aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen zur Inklusion
Hamburg – Unverzichtbarer Schutzraum oder veraltetes Betreuungsmodell, Ort der Heimat oder des Ausschließens? Spätestens seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention stehen Werkstätten für behinderte Menschen in der Diskussion. Ihre Zukunft ist am Dienstag, 5. September, Thema eines Satellitensymposiums beim BGW forum 2017 in Hamburg, zu dem die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) einlädt. Ein weiteres Satellitensymposium des Fachkongresses widmet sich dem Bundesteilhabegesetz (BTHG).
Inklusion: Berufliche Teilhabe unverzichtbar
Mit dem seit Anfang 2017 stufenweise in Kraft tretenden BTHG soll die Behindertenhilfe aus dem Fürsorgesystem herausgelöst und in ein modernes Teilhaberecht überführt werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Arbeitswelt. „Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu fördern ist eines der zentralen Ziele auf dem Weg hin zur inklusiven Gesellschaft“, erklärt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, die am Montag, 4. September, die Eröffnungsrede auf dem Fachkongress der BGW zum Gesundheitsschutz in der Behindertenhilfe halten wird.
„Mit dem Bundesteilhabegesetz haben wir die Voraussetzungen geschaffen, mehr Menschen mit Behinderungen eine Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu geben“, so Nahles weiter. „Wir sind froh, dass die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege diesen Prozess – auch und gerade im Sinne des Arbeitsschutzes – mit vorantreibt.“
Paradigmenwechsel: Dialog gefragt
Die BGW kümmert sich als gesetzliche Unfallversicherungsträgerin sowohl um die berufliche und soziale Teilhabe von Versicherten nach Arbeitsunfällen, Wegeunfällen und Berufskrankheiten als auch um das gesunde und sichere Arbeiten in Werkstätten und anderen Einrichtungen der Behindertenhilfe. Durch diese Anknüpfungspunkte ist sie dem Thema Inklusion eng verbunden, wie Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg betont.
„Wichtig ist uns unter anderem der Dialog unter den Beteiligten“, so Brandenburg. „Schließlich geht es bei der Inklusion auch um einen Paradigmenwechsel von der Fürsorge zur Teilhabe. So etwas erfordert viel Austausch von Meinungen, Wissen und Erfahrungen.“
Gesellschaft und Politik: Drei Satellitensymposien
Insgesamt veranstaltet die BGW am Dienstag, 5. September, drei Satellitensymposien zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen:
• Von 10 bis 11.30 Uhr wird eine aktuelle Analyse zur Medienberichterstattung über Menschen mit Behinderungen vorgestellt
• Von 12 bis 13.30 Uhr steht das BTHG im Mittelpunkt.
• Von 14.30 bis 16 Uhr wird über die Zukunft der Werkstätten für behinderte Menschen diskutiert.
Industrie 4.0: Chance für Menschen mit Behinderungen
Verbessern lässt sich die Teilhabe von Menschen mit Handicap am Arbeitsleben auch durch innovative Technologie. Die BGW begleitet erste Projekte, in denen Roboter direkt mit den Beschäftigten zusammenarbeiten und sie beim Erledigen von Aufgaben unterstützen. Eines der Projekte wird beim BGW forum 2017 vorgestellt.
Weiter stehen ein Vortrag und ein Workshop zum Einsatz solcher kollaborativer Roboter bei Menschen mit Behinderungen auf dem Kongressprogramm:
• Montag, 4. September, 16.15 bis 17.45 Uhr: Vortrag im Plenum B1 „Arbeitsschutz II“
• Mittwoch, 6. September, 11 bis 12.30 Uhr: Workshop H1
BGW forum 2017: Mehr erfahren und buchen
Das BGW forum 2017 richtet sich sowohl an Leitungen, Fach- und Führungskräfte aus Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen als auch an Beteiligte im Arbeitsschutz, Interessenvertretungen, Verbände und Politik. Insgesamt umfasst der Kongress rund 180 Beiträge zu verschiedensten Aspekten der Sicherheit und Gesundheit in Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie der Inklusion. Die Übersicht über das gesamte Programm findet sich im Buchungsportal www.bgwforum.de.