Die CIV NRW News online

Die CIV NRW News ist die Verbandszeitschrift des Cochlea Implantat Verband NRW e.V. -
gemeinnütziger Selbshilfeverband in der DCIG e.V.

Gutes Hören und geistige Fitness im Alter gehen Hand in Hand. Diese Feststellung wird von einer aktuellen australischen Untersuchung untermauert, die dem Zusammenhang zwischen Hörschwächen und kognitiven Fähigkeiten in mehreren aktuellen Studien nachgeht. Zu den kognitiven Fähigkeiten zählen unter anderem Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Erinnerung, Orientierung und Kreativität. Die Ergebnisse zeigen eindeutig: Wer seine Hörschwäche mit Hörgeräten ausgleicht, kann dadurch nicht nur besser hören, sondern steigert auch seine Denkleistung.

 

Altersschwerhörigkeit ist ein weit verbreitetes Phänomen. Rund 86 Prozent der über 60-Jährigen in Deutschland leiden an leichten, mittleren oder erheblichen Hörminderungen (i). Gerade mit Blick auf die aktuelle demografische Entwicklung – immer mehr Menschen werden immer älter – können wir davon ausgehen, dass Altersschwerhörigkeit künftig noch häufiger auftreten wird. Diese Aussicht ist für viele Menschen bedrohlich, scheint sie doch dem Wunsch nach geistiger Fitness und einem erfüllten Leben bis ins hohe Alter zu widersprechen.

Hörgeräte können hier in zweifacher Hinsicht helfen, die gewohnte Lebensqualität zu erhalten. Erstens, indem sie das gute Hören zurückbringen. Denn wer gut hört, versteht auch seine Mitmenschen, kann mit ihnen kommunizieren und ein erfülltes soziales Miteinander erleben. Zweitens trägt die Versorgung mit Hörgeräten dazu bei, die kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen zu erhalten oder wieder zu verbessern. Das zeigt sich beispielsweise in einer schnelleren Sprachverarbeitung, einer erhöhten Aufmerksamkeit oder auch einem besseren Gedächtnis. Damit sind die Grundlagen für ein geistig fittes und aktives Leben trotz Hörschwäche im Alter gelegt.

Die aktuelle australische Untersuchung „The relationship between hearing impairment and cognitive function: a meta-analysis in adults”(ii) befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen einer Hörgeräteversorgung und kognitiven Fähigkeiten. Es handelt es sich um eine sogenannte Meta-Analyse, in der das Forscherteam alle bisherigen relevanten Forschungsergebnisse über Hörschwächen und Wahrnehmungsfähigkeiten zusammengetragen hat.

Insgesamt wurden 33 Studien mit Untersuchungsergebnissen von über 5.000 Probanden, darunter Schwerhörige mit und ohne Hörgeräte sowie Normalhörende, einbezogen. Die Auswertung der Daten zeigt, dass die kognitiven Funktionen bei Schwerhörigen mit Hörgeräten signifikant besser waren als die der unversorgten Schwerhörigen. Betrachtete man die Denkleistung eines Betroffenen vor und nach seiner Hörgeräteversorgung, konnte ebenfalls eine enorme Verbesserung festgestellt werden. Aufgrund der Komplexität dieser Thematik rechnen die australischen Wissenschaftler zukünftig mit weiteren interessanten Forschungsergebnissen.

Quelle: Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH)

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