Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Oldenburger Hörforscher mit Millionenbetrag

Großer Erfolg für die Universität Oldenburg und ihre Hörforschung: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) „Hörakustik“ bewilligt, der in den kommenden vier Jahren mit voraussichtlich rund acht Millionen Euro gefördert wird. Geleitet wird der SFB vom Oldenburger Psychoakustiker Prof. Dr. Volker Hohmann, einem der leitenden Forscher im Exzellenzcluster „Hearing4all“ und Träger des Deutschen Zukunftspreises. Der SFB mit dem offiziellen Titel „Hörakustik: Perzeptive Prinzipien, Algorithmen und Anwendungen (HAPPAA)“ soll die Grundlagen für verbesserte Hörgeräte und Hörassistenzsysteme schaffen.

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) freut sich dreifach: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat beschlossen, drei Sonderforschungsbereiche für ihre jeweils dritte und letzte Förderperiode weiter zu finanzieren. Darunter auch die Forschung der Verarbeitung von Sinneseindrücken im Gehirn.

Sonderforschungsbereich 874 „Integration und Repräsentation sensorischer Prozesse“

BildausgabeDie Redaktion der CIV NRW News hatte am 26.04.18 einen besonderen Termin in der Uniklinik Göttingen. Prof. Dr. med. Tobias Moser hatte sich zu einem Interview zu seiner Forschungsarbeit bereit erklärt. Zusätzlich wurden uns ein Rundgang durch die HNO Abteilung und Erläuterungen zur Nachsorge angeboten. Das Angebot nahm die Redaktion natürlich sehr gerne an.

Neu in Lübeck: Prof. Dr. Tim Jürgens Foto: FH LübeckDie Lübecker Hörakustik-Studiengänge erhalten personelle Verstärkung in Forschung und Lehre. Prof. Dr. Tim Jürgens wechselte zum April dieses Jahres von Oldenburg an die Trave.

Als Physiker hat er sich zunächst mit Halbleitern beschäftigt, sich dann aber im Rahmen seiner Promotion Fragestellungen zugewandt über auditorische Modelle und neuronale Signale.

Bild: Neu in Lübeck: Prof. Dr. Tim Jürgens- Foto: FH Lübeck

Kiran Sriperumbudur, Doktorand am Institut für Allgemeine Elektrotechnik der Universität Rostock. Copyright: Universität Rostock/Julia TetzkeChochlea-Implantate ermöglichen vielen Gehörlosen wieder zu hören. Der 40-jährige gebürtige Inder, Kiran Sriperumbudur, Doktorand am Institut für Allgemeine Elektrotechnik der Universität Rostock, hat in einer Simulationsstudie herausgefunden, warum nicht jeder, der ein klassisches Cochlea-Implantat trägt, gleich gut die Umwelt wahrnimmt.

Der junge Forscher, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, kam mit Hilfe von Mikro-CT-Bildern diesem Phänomen auf die Spur. „Man muss das gesamte Gewebeumfeld im hochkomplizierten Sinnesorgan Ohr ins Visier nehmen“, sagt der Wissenschaftler. So hat Kiran Sriperumbudur, der Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg 1505 ist, in aufwendiger Kleinstarbeit verschiedene sensorische Nervenzellen in der Hörschnecke (Cochlea) mittels der Mikro-CT-Aufnahmen ausgewählt, nummeriert

Das Gehirn verarbeitet schwache visuelle Reize morgens und abends besser als mittags. Das sicherte den Menschen früher einen Überlebensvorteil, denn in der Dämmerung lauerte die Gefahr.

FRANKFURT. In vorindustrieller Zeit war die Dämmerung für Menschen eine gefährliche Zeit, da sie dann nachtaktiven Raubtieren begegnen konnten. Wer trotz schwachem Licht noch etwas erkennen konnte, hatte einen evolutionären Vorteil. Wie Neurowissenschaftler der Goethe-Universität jetzt herausgefunden haben, bereitet sich das menschliche Gehirn auf die Dämmerung vor, indem es zu diesen Zeitpunkten die Ruheaktivität in der Sehrinde herunterfährt, damit schwache Sehreize nicht im Rauschen untergehen.

Astrid Eckert / TUMReflexionsarmer Raum für die Akustik-Forschung an der TU München eröffnet
Eine Reise durch München innerhalb weniger Minuten: Aus dem Straßenlärm am Stachus mitten in einen Konzertsaal und weiter ins Vogelgezwitscher des Englischen Gartens. Im neuen reflexionsarmen Raum der Technischen Universität München (TUM) können die unterschiedlichsten akustischen Umgebungen simuliert werden. Heute wurde der Raum, einer der modernsten seiner Art, mit einem Kolloquium eröffnet.

Bild: Im neuen reflexionsarmen Raum (RAR) der TUM können akustische Umgebungen simuliert werden. Durch 3D-Projektoren wird die virtuelle Welt auch optisch umgesetzt. Foto:Astrid Eckert / TUM

Wenn wir unsere Augen schließen, wissen wir, aus welcher Richtung ein Ton kommt. Dadurch können wir in einer Gesprächsrunde, etwa auf einer Party, mehrere Sprecher voneinander unterscheiden und dem Sprechenden gezielt unsere Aufmerksamkeit widmen. Die Form unserer Ohren spielt dabei eine entscheidende Rolle: Sie bestimmt, wie der Schall in unser Innenohr reflektiert wird und ändert ihn dabei ganz leicht, abhängig von seiner Richtung im Raum. So kann unser Gehirn die Lage des Tons im Raum berechnen.

Wie das genau passiert, war bisher unbekannt. Neurowissenschaftler der Universität Leipzig und der Universität Montreal haben nun entschlüsselt, wie sich die gehörte Tonrichtung im Gehirn widerspiegelt. Diese Erkenntnisse könnten helfen, Hörgeräte zu verbessern.
Bild: In dieser Schallkugel wurden die Hörtests durchgeführt. Foto: Prof. Dr. Marc Schönwiesner

(c) Universität OldenburgEine neuartige Anwendung der elektrischen Hirnstimulation könnte Menschen mit Hörproblemen künftig helfen, Sprache auch bei starken Hintergrundgeräuschen besser zu verstehen. Ein Forscherteam um den Oldenburger Psychologen Prof. Dr. Christoph Herrmann setzte die sogenannte transkranielle elektrische Hirnstimulation so ein, dass einfache Sätze trotz Rauschens für Testpersonen verständlicher waren. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler aus Oldenburg, Lübeck und Salzburg in der Fachzeitschrift „Neuroimage“ veröffentlicht. Herrmann hat zudem für dieses Prinzip der Hirnstimulation ein Patent angemeldet.

Bildnachweis: Universität SiegenDie Universität Siegen digitalisiert in einem EU-Projekt die deutsche Gebärdensprache, um Gehörlose im Alltag zu unterstützen.

Als Daniela Escobar neulich im Baumarkt unterwegs war, sah sie zwei gehörlose Menschen. Sie wäre gern zu ihnen gegangen und hätte ihnen von dem internationalen Forschungsprojekt erzählt, in dem sie zurzeit an der Universität Siegen mitarbeitet. Aber Daniela Escobar kann keine Gebärdensprache und die beiden Gehörlosen hätten sie nicht verstanden. In dem von der EU geförderten Projekt entwickeln WissenschaftlerInnen einen Übersetzer, der in Echtzeit Gebärdensprache in Schrift und Schrift in Gebärdensprache umwandelt. Eins der Ziele ist es, eine App zu programmieren, mit der sich hörende und gehörlose Menschen in spontanen Situationen, wie im Baumarkt, ohne Dolmetscher verständigen können.
Bild: Die Forscher nutzen zur Digitalisierung der Gebärdenzeichen Handschuhe voller Sensoren. Ein Avatar auf einem Computer registriert die Bewegungen und stellt die Gebärden auf dem Bildschirm dar. Uni Siegen

Die 11. Internationale Konferenz der Tinnitus Research Initiative in Verbindung mit einem Abschlussmeeting des EU-geförderten COST TINNET- Projektes findet in diesem Jahr vom 14.-16. März 2018 in Regensburg statt.

Allein in Europa leiden ca. 40 Millionen Menschen an chronischem Tinnitus, also der dauerhaften subjektiven Wahrnehmung von Geräuschen oder Tönen ohne Vorhandensein einer Geräuschquelle. Diese Zahl verdeutlicht die Relevanz dieses medizinischen Bereichs, zu dem sich auf der 11. Internationalen Konferenz der Tinnitus Research Initiative bis zu 300 internationale Wissenschaftler diverser Fachgebiete, die mit dem interdisziplinären Feld der Tinnitusforschung korrelieren, sowie die führenden Ärzte auf dem Gebiet der Tinnitusbehandlung treffen.

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