AG Zoophysiologie und Verhalten, Universität OldenburgSchleiereulen werden im Alter nicht schwerhörig

Mit zunehmendem Alter werden alle Menschen irgendwann schwerhörig. Denn die Haarsinneszellen und Nervenverbindungen im Innenohr gehen unwiederbringlich verloren. Von Vögeln hingegen ist bekannt, dass sie die entsprechenden Zellen neu bilden können. Ob dies auch bei alten Tieren der Fall ist, ist bisher jedoch kaum untersucht. Ein Team um die Zoologin Dr. Ulrike Langemann von der Universität Oldenburg zeigt nun, dass Schleiereulen mit zunehmendem Alter nicht schwerhörig werden. Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society B“ veröffentlicht.

Bild: Schleiereulen werden mit zunehmendem Alter nicht schwerhörig. Bei der Oldenburger Studie war auch die Schleiereule "Grün" dabei. AG Zoophysiologie und Verhalten, Universität Oldenburg

Nano-Stromgenerator wandelt Energie des Blutstroms in Elektrizität um. (c) Wiley-VCHEindimensionaler, hocheffizienter Nanogenerator zur Stromerzeugung aus fließenden Medien
Wäre es damit möglich, Strom für das CI zu erzeugen?

Menschen bauen Staudämme und gewaltige Turbinen, um aus Wasserkraft Strom zu gewinnen. Um auch im Miniaturmaßstab Wasserkraft auszunutzen, haben nun chinesische Wissenschaftler einen Nano-Stromgenerator aus Kohlenstoffnanoröhrenfasern entwickelt, mit dem sie sogar die Energie des Blutstroms in Blutgefäßen in Elektrizität umwandeln können. Ihre Erfindung erklären die Forscher in der Zeitschrift Angewandte Chemie.

Bild: Nano-Stromgenerator wandelt Energie des Blutstroms in Elektrizität um. © Wiley-VCH

Cover der acatech Position zur Individualisierten Medizintechnik acatechIndividualisierte Medizin braucht innovative Medizintechnik
Maßgeschneiderte, optimal verträgliche Implantate, Big Data für verbesserte Diagnosen und Therapien: Medizintechnik ermöglicht eine individualisierte Medizin, die sich konsequent am einzelnen Patienten orientiert. acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften beleuchtet in ihrer heute erschienenen Position „Individualisierte Medizin durch Medizintechnik“ das breite Anwendungsspektrum technischer Innovationen für die individualisierte Patientenversorgung und formuliert Handlungsempfehlungen an Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Quelle: Christian Vogl, Institut für Auditorische Neurowissenschaften, UMGNeues aus der internationalen Sinnesforschung zu Bändersynapsen
„Ribbon Synapses Symposium“ in Göttingen: Internationale Experten tauschen sich über die Funktion der genauesten Schaltstellen unseres Nervensystems aus. Montag, 11. September 2017, bis Dienstag, 12. September 2017, MPI für experimentelle Medizin, Hermann-Rein-Straße 3, Göttingen

(UMG/MPIem) Gleichgewicht, Hören, Sehen – bei all diesen Funktionen kommt es darauf an, Sinnesinformationen möglichst schnell, präzise und zuverlässig weiterzuleiten. Dazu verfügen Sinneszellen in der Netzhaut des Auges und im Innenohr über ganz besondere Kontaktstellen zu nachgeschalteten Nervenzellen:

Bild: Akustische Signale werden von Haarsinneszellen (magenta) im Innenohr abgenommen und die Schallinformation über Bändersynapsen an die Fortsätze von Nervenzellen (grün) zum Gehirn weitergeleitet. Bild-Quelle: Christian Vogl, Institut für Auditorische Neurowissenschaften, UMG

 

Wie Musik unsere Wahrnehmung von Berührung verändert

Viele CI-Träger lieben Musik, empfinden sie aber oft nicht mehr wie zu hörenden Zeiten. Inzwischen werden sogar Vibrationswesten entwickelt, die Musik erfühlbar machen sollen. Hierzu hat die CIV NRW News eine interessante Meldung des Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften gefunden, die ein neues Licht auf Thema Vibrationsübertragung von Musik wirft.
Musik berührt. Was bisher eher im übertragenen Sinne gemeint war, kann für bestimmte Musikstücke offenbar auch wörtlich genommen werden

notrufIn Brandenburg an der Havel startete heute offiziell der Pilotbetrieb für NotrufPlus, den bundesweit ersten barrierefreien Notruf für Menschen mit Behinderung (Gehörlose und blinde Menschen, Rollstuhlfahrer und Risikopatienten). Das NotrufPlus-System, bestehend aus einer kostenlosen NotrufPlus-App (iOS/Android) und dem entsprechenden NotrufPlus-Kommunikations-System in der Leitstelle der Feuerwehr, wurde von der Technischen Hochschule Brandenburg in Kooperation mit der BürgerServiceNetz UG (haftungsbeschränkt) und dem BürgerServiceNetz e.V. entwickelt und wird jetzt über sechs bis zwölf Monate getestet.

Prof. Dr. Tim Gollisch, Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Foto: privatForscher der Universitätsmedizin Göttingen und des Italienischen Instituts für Technologie entwickeln neues Verfahren für die Sinnesforschung: Aus den Reaktionen von Nervenzellen auf Sinnesreize lassen sich die Verschaltungen der Nervenzellen in einem Netzwerk sichtbar machen. Veröffentlicht im renommierten Wissenschaftsmagazin „Nature Communications“.

Die Entwicklung von Sinnesprothesen zum Sehen oder Hören ist ein Ziel von Sinnesforschung. Doch die Arbeit der Sinnesforscher war bisher erschwert, weil sie die natürlichen Verknüpfungen der Nervenzellen dafür nicht genau genug untersuchen können.

Foto: Universitätsklinikum WürzburgErsatz für zerstörtes Gewebe aus dem 3D-Drucker gewinnt in der regenerativen Medizin zunehmend an Bedeutung. Die Qualitätskontrolle dieser Ersatzgewebe ist schwierig. Wissenschaftler aus Würzburg und Lübeck testen in einem neuen Forschungsprojekt potenzielle Techniken.

Neue Knorpel dank Biofabrikation

Neue Knorpel für Arthrose-Geschädigte, 3D-Modelle von menschlichem Gewebe oder Knochenersatz für Tumorpatienten – das alles ist durch neue 3D-Druck-Technologien individuell anpassbar. An die sogenannte Biofabrikation richten sich derzeit große Hoffnungen. Schon heute produzieren Spezialisten der regenerativen Medizin individualisierte Implantate und orthopädische Hilfsmittel.

Quelle: Max-Planck-Institut für Kognitions- und NeurowissenschaftenFrühe Sprachentwicklung im Zeitraffer
Babys sind einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt. Weil keine Situation der anderen gleicht, ist jede für sie eine völlig neue Erfahrung – so lange, bis das kindliche Gehirn Ordnung in die Flut der Reize bringt. Es muss die neuen Informationen im Langzeitgedächtnis speichern und ähnliche Erfahrungen in Kategorien verallgemeinern. Dafür scheint für die Babys vor allem eines entscheidend zu sein: Ausreichender Schlaf. Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben nun herausgefunden, dass es Babys im Schlaf sogar gelingt, Wörtern erstmals eine Bedeutung zu geben - und das deutlich früher, als bisher angenommen.

Bild: Nach einem Mittagsschlaf gelang es den Babys zuvor Gelerntes anzuwenden: Sie konnten erkennen, ob eine neue Zuser- und Bofel-Version richtig benannt wurde.

Internationale Konferenz zu Sprachdialogsystemen und Mensch-Maschine-Kommunikation in Saarbrücken
Wie lässt sich der Dialog mit Chatbots, den virtuellen Sprachassistenten, so verbessern, dass diese wie Menschen wirken? Wie kann man ironische Kommentare in sozialen Netzwerken automatisch erkennen? Und wie können Roboter noch besser mit Menschen kommunizieren? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Computerlinguisten und Sprachtechnologen bei den beiden weltweit wichtigsten wissenschaftlichen Konferenzen zu Sprachdialogsystemen, der Sigdial und Semdial, die erstmals parallel vom 15. bis 17. August in Saarbrücken als „SaarDial“ stattfinden.

Neues Messinstrument schützt Frühgeborene vor Gehirnschädigungen
Ermutigende Ergebnisse zum Abschluss des Forschungsprojekts »BabyLux«: Ein neues optisches Diagnosesystem, das innerhalb von nur drei Jahren gemeinsam von neun Partnern aus vier europäischen Ländern entwickelt wurde, ist in der Lage, den Sauerstoffgehalt im Blut frühgeborener Babys nicht-invasiv und sicher zu bestimmen. Wird das Gerät nach weiteren klinischen Tests für den medizinischen Einsatz zugelassen, können Neugeborene damit vor schweren Schäden durch eine Sauerstoffunter- oder -überversorgung des Gehirns bewahrt werden.