musik 3 flyerForschungsprojekt der Medizinischen Hochschule führt Träger von Cochlea- Implantaten (CI) und Musikschaffende zusammen

Musik ist Hörgenuss und Lebensfreude. Doch für hörgeschädigte Menschen, die mit einem Cochlea-Implantat (CI) hören, ist die Fähigkeit zum Musikgenuss oft immer noch eine besondere Herausforderung. Diese zu meistern ist Anliegen eines neuartigen Forschungsprojektes der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie des Deutschen Hörzentrums der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Beim interdisziplinären Projekt „musIC 3.0: Musik für Cochlea-Implantate“ unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Waldo Nogueira sowie in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Hannover HMTMH erkunden Mediziner und Hörforscher gemeinsam mit hörgeschädigten Patienten und Musikschaffenden neue Wege, auf denen CI-Träger zu Freude am Musikhören finden können.

Auf der Medica in Düsseldorf präsentiert das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI zusammen mit ARRI Medical neue Verfahren zur optischen 3D-Messtechnik am Fraunhofer-Stand G05 in Halle 10.

Digitales 3D-Operationsmikroskop

Das ARRISCOPE ist ein digitales 3D-Operationsmikroskop. Im Rahmen des BMWi-Forschungsprojektes 3DInMed wurde vom Fraunhofer HHI eine Methodik entwickelt, um intraoperativ Messungen mit einer sehr hohen Genauigkeit durchzuführen. Dadurch wird es erstmals möglich, die benötigte Prothesengröße oder Pathologien exakt auszumessen. Zudem wurde ein Verfahren entwickelt, welches das Zuschneiden von Knorpel für den Trommelfellverschluss deutlich vereinfacht:

Tinnitus / Artist: Peter G.A. HölterhoffNur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne (Chin. Sprichwort) – würde der Tinnitus nicht dazwischenfunken.

In der Ruhe liegt die Kraft. Eine alte Weisheit, die in der heutigen Zeit der allgemeinen Umtriebigkeit, des immer „Höher – Schneller – Weiter“ aber offensichtlich nur noch eine Nebenrolle spielt. Die allgemeine Rastlosigkeit wirft dunkle Schatten: Mit verschiedenen „Filtersystemen“ unterscheidet unser Gehirn wichtige von unwichtigen Geräuschen. Wenn wir sprichwörtlich „zu viel um die Ohren haben“, können die Filtersysteme überlastet sein, und eigentlich irrelevante Geräusche gewinnen an Bedeutung – eine häufige Folge ist Tinnitus.

Foto: CITEC/Universität BielefeldGroßprojekt des Exzellenzclusters CITEC steht vor Abschluss

Was macht eine intelligente Wohnung sozial kompetent, sodass sie ihre Gäste optimal unterstützen kann? Daran haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Exzellenzclusters Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld in einem Großprojekt geforscht. Das Hauptergebnis ist die Schaffung eines mitdenkenden Apartments im CITEC-Gebäude, das rund um die Uhr als Forschungswohnung eingesetzt werden kann. Zu den Entwicklungen der Forschenden gehören ein „emotionaler“ Roboterkopf, ein klingender Energieverbrauch und ein Lichtsignal-System in der Küche. Bild: Prof. Dr. Britta Wrede vom Exzellenzcluster CITEC gehört zur Leitung des Projekts, das Roboter Floka – hier mit „sozialem Kopf“ – mit einer intelligenten Wohnung vernetzt. Foto: CITEC/Universität Bielefeld

MPI CBSAuch Erwachsene können soziale Fähigkeiten trainieren
Das menschliche Gehirn ist in der Lage, sich ein Leben lang zu verändern und an neue Verhältnisse anzupassen. Wissenschaftler bezeichnen diese Fähigkeit als Plastizität. Bisher war unklar, inwieweit sie auch die Bereiche des Gehirns umfasst, die unser Sozialverhalten steuern. Um das zu erforschen, hat ein Forschungsteam um Tania Singer, Direktorin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, mentale Trainingsmethoden für soziale Fähigkeiten entwickelt und deren Effekte auf das Verhalten der Teilnehmer, deren Hirnstrukturen und Hormonhaushalt gemessen. Zwei wesentliche Ergebnisse des ReSource-Projektes sind nun in der Fachzeitschrift Science Advances erschienen.
Bild: MPI CBS / Sozialer Stress - in westlichen Gesellschaften die häufigste Form von Stress - lässt sich am besten mithilfe spezieller Meditationsübungen zu zweit abbauen.

Das Forschungsteam: Daniela Limburg, Jessica Carlitscheck, Rüdiger Kißgen, Julia Austermühle und Carina Hübner (v.l.)An der Universität Siegen ist gerade die Rheinland-Kita-Studie zum Thema „Inklusion in Kitas“ gestartet.
Es handelt sich um die bisher größte Untersuchung dieser Art in Deutschland.

Sind die Kitas im Rheinland auf die Inklusion gut vorbereitet? Wie sieht die personelle, materielle und bauliche Situation in den Kitas aus? Sind ausreichend Plätze für Kinder mit und ohne Behinderung vorhanden? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich ein Forscherteam rund um Prof. Dr. Rüdiger Kißgen vom Lehrstuhl für Entwicklungswissenschaft und Förderpädagogik der Universität Siegen im Rahmen einer großangelegten Studie. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hatte das Forschungsprojekt europaweit ausgeschrieben und den Zuschlag zur Durchführung Prof. Kißgen und seinem Team erteilt.
Bild: Das Forschungsteam: Daniela Limburg, Jessica Carlitscheck, Rüdiger Kißgen, Julia Austermühle und Carina Hübner (v.l.)

AG Zoophysiologie und Verhalten, Universität OldenburgSchleiereulen werden im Alter nicht schwerhörig

Mit zunehmendem Alter werden alle Menschen irgendwann schwerhörig. Denn die Haarsinneszellen und Nervenverbindungen im Innenohr gehen unwiederbringlich verloren. Von Vögeln hingegen ist bekannt, dass sie die entsprechenden Zellen neu bilden können. Ob dies auch bei alten Tieren der Fall ist, ist bisher jedoch kaum untersucht. Ein Team um die Zoologin Dr. Ulrike Langemann von der Universität Oldenburg zeigt nun, dass Schleiereulen mit zunehmendem Alter nicht schwerhörig werden. Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society B“ veröffentlicht.

Bild: Schleiereulen werden mit zunehmendem Alter nicht schwerhörig. Bei der Oldenburger Studie war auch die Schleiereule "Grün" dabei. AG Zoophysiologie und Verhalten, Universität Oldenburg

Nano-Stromgenerator wandelt Energie des Blutstroms in Elektrizität um. (c) Wiley-VCHEindimensionaler, hocheffizienter Nanogenerator zur Stromerzeugung aus fließenden Medien
Wäre es damit möglich, Strom für das CI zu erzeugen?

Menschen bauen Staudämme und gewaltige Turbinen, um aus Wasserkraft Strom zu gewinnen. Um auch im Miniaturmaßstab Wasserkraft auszunutzen, haben nun chinesische Wissenschaftler einen Nano-Stromgenerator aus Kohlenstoffnanoröhrenfasern entwickelt, mit dem sie sogar die Energie des Blutstroms in Blutgefäßen in Elektrizität umwandeln können. Ihre Erfindung erklären die Forscher in der Zeitschrift Angewandte Chemie.

Bild: Nano-Stromgenerator wandelt Energie des Blutstroms in Elektrizität um. © Wiley-VCH

Cover der acatech Position zur Individualisierten Medizintechnik acatechIndividualisierte Medizin braucht innovative Medizintechnik
Maßgeschneiderte, optimal verträgliche Implantate, Big Data für verbesserte Diagnosen und Therapien: Medizintechnik ermöglicht eine individualisierte Medizin, die sich konsequent am einzelnen Patienten orientiert. acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften beleuchtet in ihrer heute erschienenen Position „Individualisierte Medizin durch Medizintechnik“ das breite Anwendungsspektrum technischer Innovationen für die individualisierte Patientenversorgung und formuliert Handlungsempfehlungen an Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Quelle: Christian Vogl, Institut für Auditorische Neurowissenschaften, UMGNeues aus der internationalen Sinnesforschung zu Bändersynapsen
„Ribbon Synapses Symposium“ in Göttingen: Internationale Experten tauschen sich über die Funktion der genauesten Schaltstellen unseres Nervensystems aus. Montag, 11. September 2017, bis Dienstag, 12. September 2017, MPI für experimentelle Medizin, Hermann-Rein-Straße 3, Göttingen

(UMG/MPIem) Gleichgewicht, Hören, Sehen – bei all diesen Funktionen kommt es darauf an, Sinnesinformationen möglichst schnell, präzise und zuverlässig weiterzuleiten. Dazu verfügen Sinneszellen in der Netzhaut des Auges und im Innenohr über ganz besondere Kontaktstellen zu nachgeschalteten Nervenzellen:

Bild: Akustische Signale werden von Haarsinneszellen (magenta) im Innenohr abgenommen und die Schallinformation über Bändersynapsen an die Fortsätze von Nervenzellen (grün) zum Gehirn weitergeleitet. Bild-Quelle: Christian Vogl, Institut für Auditorische Neurowissenschaften, UMG

 

Wie Musik unsere Wahrnehmung von Berührung verändert

Viele CI-Träger lieben Musik, empfinden sie aber oft nicht mehr wie zu hörenden Zeiten. Inzwischen werden sogar Vibrationswesten entwickelt, die Musik erfühlbar machen sollen. Hierzu hat die CIV NRW News eine interessante Meldung des Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften gefunden, die ein neues Licht auf Thema Vibrationsübertragung von Musik wirft.
Musik berührt. Was bisher eher im übertragenen Sinne gemeint war, kann für bestimmte Musikstücke offenbar auch wörtlich genommen werden