5. Bielefelder Hörtag_35

Das Cochlea-Implantat besteht aus einem externen Teil (bestehend aus Mikrofon, Sprachprozessor, Batterie oder Akku und Spule) und einem implantierten Teil (bestehend aus Spule, Signalprozessor mit Stimulator und Elektroden für die Stimulation). Der externe Teil wird meist hinter dem Ohr getragen (Versuche, diese Einheit ebenfalls zu implantieren, schlugen bisher fehl) und überträgt digitale Informationen über die äußere Spule an die implantierte Spule.

Die Spulen sind jeweils mit einem Magneten ausgestattet um eine korrekte Lage zu gewährleisten. Die innere Spule leitet die empfangenen Signale an eine Stimulationsschaltung, welche die erforderlichen Ströme für die Elektroden in der Cochlea erzeugt. Die Ströme erregen den Hörnerv des Ohres, der den Haarzellen nachgeschaltet ist. Unterschiedliche Erregungsorte erzeugen unterschiedliche Frequenzwahrnehmungen, die Größe des elektrischen Stromes ist entscheidend für die Lautheit. Somit ist bei beschädigten Haarzellen nur das Cochlea-Implantat einsetzbar, denn ein herkömmliches schallverstärkendes Hörgerät ist auf deren Funktion angewiesen. Für die Digitalisierung des Audiosignals vom Mikrofon und die Stimulation innerhalb der Cochlea verwenden die Hersteller verschiedene Kodierungs- und Stimulationsstrategien. Die Elektroden können den Hörnerv parallel oder sequentiell stimulieren. Bei der parallelen Stimulierung können zwei oder mehr Elektroden gleichzeitig die Hörnerven reizen, bei der sequentiellen Stimulierung erfolgt die Stimulierung nacheinander. Trotz unterschiedlicher Stimulationsstrategien und Sprachkodierungen zeigt sich, dass das Sprachverstehen bei den drei großen Herstellern etwa gleich gut ist.

Bild: Peter G.A. Hölterhoff