Bochumer HörtagDer CIV NRW e.V. war schon traditionell mit dabei
Unter einem besonderen Aspekt fand der diesjährige Hörtag des CI-Zentrum Ruhrgebiet in Bochum am 12.03.2017 im Hörsaalzentrum des St. Josef-Hospitals statt. Die Schwerhörigkeit im Alter und die damit möglichen physischen und psychischen Beeinträchtigungen gerade bei alternden und älteren Menschen standen an diesem Tag im Mittelpunkt der interessanten Veranstaltung.
Weit über 150 Besucher sahen die Präsentationen und hörten sich die interessanten Klinikvorträge an. Viel Aufmerksamkeit erhielt der CIV NRW e.V., der durch Elvira Mager und Heinz Josef Thiel würdig vertreten wurde. Der Hörtag wurde durch den CI-Herstellers MED-EL unterstützt.


Eine Altersangabe ist in der Medizin alternder Menschen nicht generell aussagekräftig, führte Frau Dr. Barbara Zeller von der Geriatrie-Abteilung des Marienhospitals Wattenscheid aus. Vielmehr spricht man von der Medizin des Alterns. Diese beinhaltet folgende Abgrenzungen.
Im Alter von 51 – 60 Jahren spricht man vom alternden Mensch
Im Alter von 61 – 75 Jahren spricht man vom älteren Mensch
Im Alter von 76 – 90 Jahren spricht man vom alten Mensch
Ab dem Alter von 90 Jahren spricht man vom sehr alten Mensch
Diese Einteilung hat auch Auswirkungen auf die Beurteilung auf verschiedene Einstufungen als Patient im geriatrischen Bereich.
Ein ISAR-Screening geriatrischer Patienten lässt eine Beurteilung dann nicht mehr in Wechsel- und Nebenwirkungen zuverlässig zu, wenn der Patient mehr als 4 Medikamente benötigt. Für die Beurteilung dieser Patienten sind auch folgende „I-Faktoren“ einzubeziehen: Intelligenzabbau, Instabilität, Immobilität, Inkontinenz und Impairment der Sinne.
Frau PD Dr. Christiane Völter brachte es in den Ausführungen ihres Themas „Hören im Wandel“ mit folgender Aussage auf den Punkt: „Hören, zuhören, verstehen, verarbeiten!“ Und zum Alter: „Live your life and forget your age!“
Frau Dr. Ute Brüne-Cohrs, der LWL-Uni-Klinik Bochum informierte die Interessenten über Geist und Psyche im Alter. Wichtig seien alle, auch soziale Aktivitäten gegen Gefäßrisikofaktoren und möglicher Demenz.
Herr Kampmann stellte die unterschiedlichen Möglichkeiten der Hörschädigung und dessen Feststellung dar. In Deutschland sind etwa 1Bochumer Hörtag5 Millionen Menschen schwerhörig, davon tragen etwa 3 Millionen ein Hörgerät.
Bisher wurde ein Hörverlust in zunehmenden Alter meist verschwiegen oder nicht akzeptiert. Tatsache ist aber, dass alle 7 Jahre der Hörverlust um 25 dB zunimmt. Es stellt sich aber auch die Frage, was macht die aktuelle junge Generation für ihr Hörvermögen bei Smartphones?
Dr. Jan Peter Thomas berichtete über Neuigkeiten bei implantierbaren Hörsystemen und sprach auch die Problemen und Risiken an. Das Alter ist kein Maßstab für eine CI-Implantation, wenn die in den Vorträgen dargestellten Probleme dafür nicht relevant sind.
In der anschließenden Diskussionsrunde, moderiert von Frau Kirsten Oberländer standen neben 5 erfolgreich implantierten Patienten auch das Vorstandsmitglied des CIV NRW e.V., Heinz-Josef Thiel den zahlreichen Besuchern zur Beantwortung ihrer Fragen zur Verfügung.
Quelle: Heinz Josef Thiel

 

Anmerkung der Redaktion:
Heinz-Josef Thiel wurde vor 4 Jahren mit sehr gutem Erfolg links mit einem CI implantiert. Auf der rechten Seite nach bisheriger Hörgeräteversorgung fand die Implantation Ende Januar 2017 statt. Die Anpassungen Ende Februar/Anfang März waren in der Rehabilitation in Bochum überaus erfolgreich.

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