Die CIV NRW News online

Die CIV NRW News ist die Verbandszeitschrift des Cochlea Implantat Verband NRW e.V. -
gemeinnütziger Selbshilfeverband in der DCIG e.V.

Besuch bei Firma auric_1Der Vorstand und die CIV News Redaktion folgten einer Einladung zur Betriebsvorstellung der Firma auric und so trafen sich Marion Hölterhoff, Sigrid Foelling, Franz Poggel, Heinz Josef Thiel und Peter Hölterhoff in Rheine, dem Stammsitz der Firma.
Geschäftsführer Dr. Winter (Im Bild links) und Vertriebsleiter Axel Mehlin (im Bild rechts), begrüßten uns.
Herr Mehlin vermittelte uns kompakte Informationen zu der Firma und deren Struktur. Dr. Winter stellte uns den Stand der Forschung im Bereich der Hörkontaktlinse vor. An der vom Bund geförderten Entwicklung ist auric maßgeblich beteiligt.
Gestärkt durch einen kleinen Imbiss, durften wir anschließend eine CI- Fernanpassung, das sogenannte Remote Fitting, live mitverfolgen.

 

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Martina Liedle, CI-Trägerin, Mitarbeiterin bei auric und Gruppenleiterin der CI-Selbsthilfegruppe Stuttgart, stellte sich hierfür freundlicher Weise zur Verfügung. Der Hörakustikermeister Herr Olaf Delker in Rheine stellte eine gesicherte Verbindung über einen VPN Tunnel mit Stuttgart her und wir konnten Martina auf dem Monitor sehen und begrüßen. Dann folgte die Anpassung des Prozessors. Fasziniert konnten wir die Messung der Impedanzen und weitere Einstellungsmessungen über die Monitore verfolgen. Schnell ist vergessen, dass Martina in Stuttgart sitzt und wir hier in Rheine sind.
Die Vorführung beseitigte die anfängliche Skepsis bei Marion. Bei Patienten mit einer stabilen MAP ist dieses Verfahren für die jährlichen Nachsorgetermine eine gute Alternative. Für Höranfänger bleibt es aber ihrer Meinung nach unerlässlich, die nötigen Feinanpassungen des Sprachprozessors mit dem sehr oft notwendigen Hörtraining zu verbinden, damit das Verstehenlernen nicht auf der Strecke bleibt.
Zum Abschluss unseres Besuches führte uns Herr Mehlin durch den Betrieb.
Nach fünf höchst informativen und lehrreichen Stunden als Gäste der Firma auric, traten wir die Heimreise an.

 


Hintergrund:

 

Die Fa. auric

Die Firma auric wurde 1995 im westfälischen Rheine von dem Hörgeräteakustikermeister Hans-Dieter Borowsky und dem Dipl. Physiker und HNO-Arzt Dr. Theo Wesendahl gegründet.
Heute werden in eigener Herstellung nur noch Hörverstärker produziert. Vertrieben werden aber Hörsysteme aller führenden Hersteller. Bereits seit 1995 bietet auric Menschen mit Hörminderung auch in Zusammenarbeit mit inzwischen über 300 HNO-Praxen bundesweit die Möglichkeit, Hörsysteme über den HNO-Arzt des Vertrauens zu beziehen.
Aktuell betreibt die Unternehmensgruppe an 50 Standorten in ganz Deutschland Hörcenter, welche neben Produkten zum Gehörschutz das gesamte Portfolio der Versorgungsmöglichkeiten bei allen Graden des Hörverlustes anbieten: von der konventionellen Hörgeräteversorgung über teil-implantierbare Geräte, knochenverankerte Hörgeräte, aktive Mittelohrimplantate bis hin zur Cochlea-Implantat-Versorgung im Rahmen der Nachsorge mittels eines von auric entwickelten Remote-Fitting-Systems. Darüber hinaus sind die auric Hörcenter auch eine wichtige Anlaufstelle für Patienten mit Tinnitus, denn an allen Standorten wird eine Tinnitus-Retraining-Therapie angeboten, teilweise sogar unterstützt durch die Möglichkeit eines psychologischen Begleittrainings.

Remote-Fitting

Besuch bei Firma auric_1wird hübsch Neudeutsch die Fernanpassung des CI- Prozessors genannt.
Hierbei wird die Einstellung und Überprüfung des CIs nicht direkt in der Klinik durchgeführt, sondern der CI- Träger wird wohnortnah in einem auric Hörcenter mittels verschlüsselter Datenübertragung mit der Klinik oder mit dem auric Hörcenter in Rheine verbunden. Hierzu wird ein sicherer VPN Tunnel genutzt. Der Audiologe der verantwortlichen Klinik kann so die Einstellungen überprüfen und ggf. korrigieren.
Das Remote-Fitting-System ist für CI-Prozessoren aller Hersteller, Oticon in Kürze, möglich. Voraussetzung ist eine stabile MAP.
Noch muss der CI-Nutzer in ein hierzu technisch ausgestattetes Hörcenter begeben. In Zukunft könnte aber eine individuelle PC- Lösung mit entsprechenden Schnittstellen und der notwendigen Software und somit eine Einstellung „von zu Hause aus“ sicher möglich sein. Aber noch ist das Zukunftsmusik.
Das System wurde 2008 von auric Hörsysteme in Kooperation mit dem Deutschen Hörzentrum Hannover entwickelt. Inzwischen arbeitet auric mit weiteren Kliniken zusammen. Der flächendeckende Ausbau mit CI- Hörcentern, soll vorangetrieben werden. Noch gibt es einige weiße Flecken auf der Landkarte.
(Bild: Olaf Delker in Rheine ist mit Martina Liedle in Stuttgart verbunden)

Die Hörkontaktlinse

Das Unternehmen auric Hörsysteme arbeitet an der Entwicklung einer neuartigen Hörkontaktlinse. An dem Projekt beteiligt sind auch die Besuch bei Firma auric_1Universitäts-HNO-Klinik Tübingen und die Technische Universität Berlin. Die Entwicklung der Mikrobatterie wird vom Fraunhofer Institut übernommen. Im Projekt Hörkontaktlinse soll ein völlig neuartiges Im-Ohr-Hörgerät in Form einer Hörkontaktlinse entwickelt werden. Mikrofon, Klangprozessor, aufladbare Mikrobatterie und ein Solarmodul werden direkt in die Hörkontaktlinse integriert. Für die Hörkontaktlinse, die sich durch eine bisher nicht erreichte Miniaturisierung und hohen Tragekomfort auszeichnen soll, entwickelt die Forschergruppe einen neuartigen Piezoaktor.
Dieser neue Schallwandler soll auf das Trommelfell mittels einer Silikonplatte aufliegen. Dadurch stehen nur wenige Quadratmillimeter an Auflagefläche zur Verfügung. Entsprechend klein muss das gesamte Gerät sein. Eine Herausforderung an die Mikrotechnik. Die bisherigen Erfolge lassen hoffen.
„Ziel ist es, dem Träger ein naturgetreues Richtungshören zu ermöglichen, da das Mikrofon Teil der Hörkontaktlinse ist und sich im Gehörgang befindet“, erklärt uns Dr. Mark Winter, der die Leitung des Gesamtprojektes übernommen hat.

Die Energiezufuhr zur Aufladung der Batterie und für die Programmierung der Hörkontaktlinse erfolgt durch ein externes Gerät, das vom Nutzer zu diesem Zweck vorübergehend in den Gehörgang eingesetzt wird. Das Hörgerät soll bei geringer bis hochgradiger Schwerhörigkeit zum Einsatz kommen.

Text und Fotos: Peter G.A. Hölterhoff

Die Fotos entstanden mit freundlicher Erlaubnis der Fa. auric Hörsysteme GmbH & Co. KG, Osnabrücker Str. 2, 48429 Rheine

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    Jan Feldeisen - stellvertretenden Geschäftsführer

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    Geschäftsführer Dr. Winter

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