Vergleich_1UPS fährt vor, das bedeutet in den meisten Fällen, dass Cochlear etwas schickt. Donnerstag habe ich doch erst mit der Cochlear-Frau telefoniert. Freitag sind die Geräte schon da. Der Service ist gewohnt schnell. Ich hatte Telefon-Clip, Mini-Mic und TV-Streamer zum Testen da. Also ran an den Speck, schnell auspacken und an die Ladegeräte anschließen, denn bis auf den TV-Streamer müssen die Geräte beim ersten Laden 3 Stunden am Strom hängen. Das hat jetzt ganz knapp noch geklappt vom Testzeitraum her, so dass ich wenigsten zwei Tage die Geräte und den Roger Pen gleichzeitig testen konnte.

Den Roger Pen muss ich dann kurzfristig auch zurückbringen. Die Cochlear Geräte wurden nach Ablauf der Testphase per UPS wieder abgeholt. Jetzt hatte ich also Zeit, beide Hersteller im direkten Vergleich zu testen. Zwei Tage Testzeit ist kurz für das Mini-Mic, da ich es nicht in sehr lauter Umgebung testen konnte, um herauszufinden, wie das Stör- / Nutzschallverhältnis ist. Ich habe ausprobiert, wie es mit der Entfernung das Mini-Mics ist: DAS hat hervorragend geklappt. Ich konnte mit dem Cochlear Mini-Mic eine Entfernung von 25 m (Geräte "sehen sich") erreichen. Weiter hab ich es nicht getestet, weil ich sonst hätte in unsere Bäume am Ende des Gartens springen müssen. Außerdem konnte ich es in der Küche im EG einschalten und im Keller noch glasklar verstehen.

Einen Vortrag konnte ich live Testen (vgl. beim Roger Pen: Präsentations-Modus). Eine Veranstaltung mit zwei Vortragenden, eine Hörende in Lautsprache und eine Gehörlose in DGS. Dazu gab es zwei Dolmetscherinnen in Lautsprache oder DGS. Da die Gehörlose den Hauptanteil des Vortrages übernahm gab ich der Lautsprach-Dolmetscherin das Mini-Mic und setzte mich möglichst nah an die lautsprachlich Vortragende. Die Dolmetscherin hat wirklich viel und sehr schnell gesprochen und es war alles glasklar zu verstehen. Die Geräuschkulisse (einige Kleinkinder, Stühlerücken, etc) hat mich nicht gestört. Wenn ich jedoch nur mit CI hören musste, weil ja das Mini-Mic bei der Dolmetscherin war, war die Geräuschkulisse sehr störend. Hier besteht auch die Möglichkeit das Mischungsverhältnis Mikrofon/Wirelessgerät zu steuern. Entweder, das Mini-Mic hat eine ordentliche Störgeräuschunterdrückung oder aber es macht mir nicht so viel aus, wenn die Stimme, die ich verstehen will ausreichend laut ist. Möglicherweise wären zwei Mini-Mics in solchen Runden hilfreich, aber das wäre auch beim Roger Pen ein Problem, dass man zusätzliche Mics braucht. Bei Diskussionsrunden ... wie dann am besten? Was ich nicht mehr testen konnte: Wie sich das Mini-Mic in Meetings/Konferenzen, Round-Table-Gesprächen, Restaurants (vgl. Roger Pen: Konferenz-Modus) verhält. Ist ein Richtmikro vorhanden? Wenn ja, wie klingt das? Laut Handbuch und meinen Internetrecherchen hat es KEIN Richtmikrofon.
Auf dem Bild sieht man links meine Fernbedienung. Daneben das Mini-Mic. Das dritte Gerät ist der Telefon-Clip. Der Roger Pen ist das silberfarbene Gerät. Das klitzekleine schwarze Ding, ist ein Empfänger (Roger 14) und gleichzeitig, das teuerste all dieser Geräte. Das Maß liegt daneben zum ungefähren Größenvergleich.
Größe der Geräte
Die Wireless-Geräte von Cochlear bestehen aus drei Geräten: Telefon-Clip, Mini-Mic, TV-Streamer. Der Roger Pen vereint alle Funktionen in einem Gerät und findet fast überall noch einen Platz. Wenn ich in unbekannter Hörsituation bin hab ich mit dem Roger Pen also grundsätzlich immer alle Funktionen dabei. Bei Cochlear müsste ich entweder eine Auswahl der drei Geräte treffen oder gar alle mitnehmen, dann ist der Größen-Unterschied natürlich riesig. Bei Cochlear wäre dann eine größere Handtasche nötig. Andererseits: Muss man den TV-Streamer wirklich haben unterwegs? Braucht man im Alltag immer das Mini-Mic? Zum jeweiligen Bedarf das richtige Gerät mitnehmen ist auch eine Lösung.

Formfaktor und Design
Der Roger Pen ist dezent und wirkt hochwertig verarbeitet, was ich von den Cochlear Geräten nicht behaupten kann. Klein und leicht sind sie, aber robust wirken sie nicht. Wobei natürlich das leichte Gewicht ein wichtiger Faktor ist, wenn man den Clip an der Kleidung trägt. Es kommt also darauf an, was einem wichtiger ist. Die Oberfläche der Cochlear Geräte ist "klavierlack-schwarz", was dazu führt, dass sie schnell mit Fingerabdrücken schmuddelig wirkt. Der Roger Pen ist matt und unempfindlich gegen solche Spuren. Zwar hab ich ihn behandelt, wie ein rohes Ei, denn es ist ja nur ein Leihgerät, aber dennoch, es hat sich kein Kratzer gezeigt. Der Roger Pen kommt mit einer hochwertig wirkenden Lederhülle daher, die allerdings ziemlich eng und fummelig ist, das gibt sich vielleicht im Laufe des Gebrauchs noch etwas. Die Cochleargeräte haben ein "Samt"-Säckchen zum Transport dabei, für jedes Gerät eines.
Zubehör
Bei beiden Herstellern sind Kabel zum Aufladen dabei, sowie ein Kabel zur Verbindung mit der Audioquelle (beide Seiten 3,5 mm Klinke). Beim Mini-Mic gibt es ein Micro-USB Kabel dazu und bei beiden Herstellern eine Kordel, damit das Gerät auch um den Hals getragen werden kann. Die Qualität der Kordel und des Verschlusses finde ich bei Cochlear fragwürdig. Sie wirkt billig oder sagen wir besser, ich frage mich nach dem wievielten Öffnen der Verschluss ausgeleiert ist, bricht oder die Kordel reißt. Ich rechne nicht mit einer Haltbarkeit von mehreren Wochen, wenn ich das täglich benutzen würde. Das hat Phonak definitiv besser gelöst. Der Verschluss bei Phonak ist mit einem Magneten ausgestattet, was auch vorteilhaft ist, wenn man Sprechern den Roger Pen gibt und diese untereinander wechseln müssen. Der Magnet findet sich einmal hinter den Hals geführt quasi wie von selbst. Außerdem ist die Halterung beim Roger Pen so konzipiert, dass man den Stift gut herausnehmen kann. Bei Cochlear ist das ein bisschen "fummelig" für Ungeübte, was ja Vortragende in der Regel sind. Da gilt die Maxime, so einfach wie möglich, so unauffällig, wie möglich. Dafür ist der Clip zum Anklippen an die Kleidung bei den Cochlear Geräten besser gemacht. Er sitzt fester und löst sich auch nicht freiwillig, wenn man es z.B. im Auto und mit oder am Anschnallgurt trägt. Hab ihn nun schon zweimal im Auto "wiedergefunden", wie er am Gurtstraffer brav auf mich gewartet hat. Der Clip ist drehbar, so dass er immer richtig ausgerichtet befestigt werden kann. Der Pen dagegen würde viel eher herausrutschen, auf den muss man schon besser aufpassen, außerdem kann man ihn nicht ausrichten, er klemmt ähnlich, wie ein Kugelschreiber dann schräg und man muss dann besser auf die Kordel umsteigen.
Akku-Laufzeit
Die erste Aufladung sollte 3 Stunden umfassen, danach kommt man laut Anleitung mit 2 Stunden nachladen aus. Beim Telefon-Clip werden 6 Std Hörgenuss versprochen mit einer Akkuladung. Das Mini-Mic macht 8,5 Std mit. Der TV-Streamer benötigt einen normalen Stromanschluss. Der Stromverbrauch im Sprachprozessor wegen der Wirelessfunktion soll um etwa 10% erhöht sein laut Cochlear. Am ersten Tag hatte ich den Clip 6 Stunden im Einsatz, habe ca 20 Telefonate geführt, ansonsten lief der Clip im Standby, als ich ihn abends wieder laden wollte war er innerhalb von nur 10 min wieder voll, es kann also nicht viel verbraucht worden sein. Der CI Akku hat 29 Stunden gehalten, hat also nicht sonderlich Leistung abgeben müssen. Das ist eigentlich ein normaler Wert bei meinem Sprachprozessor. Beim Tragen des Roger 14 hab ich immer deutlich gespürt, dass der Akku schneller leer war. Im Test waren es 20-24 Stunden Betriebslaufzeit. Der Roger 14 Empfänger braucht mehr Energie. Anmerkung: es gibt auch noch einen Universalempfänger den Roger X, dessen Stromverbrauch ist nochmal deutlich höher. Er ist zwar kompatibler für die Zukunft, würde aber bei Benutzern mit ohnehin schlechten Akkulaufzeiten den Akku ziemlich schnell frittieren. Eine Freundin sagte mir kürzlich, dass die Akkus Ihres N5,keinen ganzen Tag mehr halten, die Vorstellung, wenn daran noch ein Stromfresser hängt finde ich nicht so prickelnd, aber ok, vielleicht sind das nebensächliche Probleme!?

Klang
Telefon-Clip vs Roger Pen
Ich empfinde den Telefon-Clip als deutlich klarer im Klang bei Telefonaten, vor allem im Störlärm deutlich hilfreicher. Beim Roger Pen war zumindest in meinen Tests immer die Stimme leicht verzerrt und schwerer zu verstehen als mit Handy direkt am Sprachprozessor. Dies gilt übrigens auch für die angerufenen Personen, die immer der Meinung waren, sie müssten sich mehr anstrengen, wenn ich mit Roger Pen telefoniere. Außerdem hört mich der Angerufene SEHR laut, alle Nebengeräusche werden mit übertragen. Aber genau in diesen Situationen möchte ich ja Unterstützung = Bei Telefonaten im Störlärm. Die Störgeräusche im Test waren ein Kinderfilm über PC-Lautsprecher auf dem PC und Küchengeräusche, wie Klappern, Zischen, Klopfen, Scheppern, Wasserrauschen. Beim Roger war das beim Anrufenden störend laut, man kann ALLES hören am anderen Ende. Zusätzlich höre ich, wenn ICH spreche ein Echo meiner eigenen Stimme, leicht zeitversetzt. Jetzt weiß ich auch, warum Phonak empfiehlt das Mischungsverhältnis 1:1 zu lassen. Denn sobald ich das Mischungsverhältnis FM-Anlage zugunsten eben dieser verschiebe, höre ich meine eigene Stimme als Echo. Das ist störend und macht das Telefonieren zur Qual. Der Telefon-Clip hat dies perfekt für den Angerufenen ausgeblendet
Mini-Mic vs Roger Pen
Der Klang ist leicht besser als der vom Roger Pen. Laut Bedienungsanleitung und meinem Techniker in der Klinik überträgt das Mini-Mic übrigens mono. Die beiden anderen Geräte arbeiten stereo. Außerdem soll die Dynamik des TV-Streamers wesentlich besser sein, als bei den anderen Geräten, diese Info für alle, die planen das Mini-Mic auch für TV zu nutzen. Der Roger Pen ist grundsätzlich für alle Anwendungen mono. Das Mini-Mic verfügt über keine Konferenzfunktion. Restaurant-Test oder ähnliches in Gesprächsrunde steht noch aus.
TV-Streamer vs Roger Pen
Ok, ich kann keinen direkten Vergleich ziehen, da der Roger Pen schon wieder bei Phonak war, als der Streamer von Cochlear ankam. Allerdings fand ich den Klang vom TV-Streamer überzeugend satt (dynamisch), nicht mickrig, nicht fad und die Lautstärke kann ich am Streamer selbst regeln, was am Roger Pen nicht möglich ist. Der Klang ist sauber, ich höre alle Nebengeräusche gefühlt 3 dimensional, also nicht stumpf nicht mono es klingt echt gut.
Lautstärke-Regelung
Die Cochlear Geräte haben eine Lautstärke Wipp-Taste in brauchbarer Größe. Am Pen kann man die Lautstärke gar nicht regeln? Phonak empfiehlt ein eigenes FM Programm anzulegen. In diesem FM Programm sollte ASC aktiviert sein. Das soll die Lautstärke regulieren. Leises lauter und Lautes leiser machen. Eine fehlende/falsche Funktion (aus meiner Sicht) mit einer CI-Einstellung ausbügeln zu wollen, die man in normalen Hörprogrammen gar nicht brauchen kann, finde ich nicht so schick. Mich persönlich stört auch, einen Programmplatz für den Roger Pen opfern zu müssen. Ich brauche die 4 möglichen Programmplätze in meinem CI (zumindest derzeit noch) und habe kein Programm für die FM Anlage übrig. Ist mir auch viel zu viel Umstellerei. Klarer Pluspunkt für Cochlear, wenn es mal zu leise ist, kann ich es direkt am Telefon-Clip lauter und leiser regeln anstatt erst in der Tasche auch noch die Fernbedienung zu suchen, die ich grundsätzlich eher so wenig wie möglich benutzen will.
Handling
Meine persönliche Meinung: Die Cochleargeräte könnte ich auch blind bedienen. Alle Tasten sind auch für "dicke Finger" bedienbar. Beim Roger Pen sind ebenfalls Tasten zum Telefonieren am Pen: Ruf annehmen, Ruf beenden, Ruf abweisen. Beim Cochlear Telefon Clip gibt es eine Taste für Annahme und Beenden, für Abweisen gibt es keine separate Taste, man drückt die Annahme/Beenden-Taste zweimal kurz hintereinander. Ein Gespräch halten kann man ebenfalls mit dieser Taste in dem man sie zwei Sekunden lang drückt. Auch Wahlwiederholung wieder mit dieser Taste ausgelöst (zweimal kurz drücken, wenn kein Gespräch geführt wird). Die Roger Pen Tasten finde ich alle etwas fummelig zu erreichen. Man drückt auch gerne mal eine falsche Taste, die Symbole sind schlecht zu erkennen. In meinem biblischen Alter brauche ich mittlerweile auch eine Lesebrille (+1.0). Ok, man lernt die Tastenbelegung ja auch mit dem Gebrauch auswendig. Elegant aber fummelig der Roger Pen. Von daher ist es schade, dass Cochlear den Baha-Trägern ermöglicht den Telefon-Clip auch als Fernbedienung zu nutzen, den CI Trägern aber nicht. Vielleicht kommt das noch?
Reichweite
Phonak verspricht eine Reichweite von 10 Metern, Cochlear verspricht 7 Meter. Kurioserweise erreichte ich im Test eine deutlich höhere Reichweite mit Cochlear, wobei Phonak schon haarscharf an die Grenzen seines Versprechens kam. Im Freien beträgt die Reichweite eventuell sogar noch mehr. Die Verbindung der Cochlear Geräte ist IM HAUS (also mit störenden Faktoren) etwas besser und stabiler, beim Roger Pen knackt und rauscht es auch schon mal, wenn man in die Grenzbereiche kommt. Auch wenn ich durch Wände und über Etagen klaren Ton mit beiden Herstellern erhalten konnte, bleibt es grundsätzlich dabei, dass man die Geräte möglichst in Sichtweite haben sollte, dann ist es einfach am Besten. Beim Telefonieren muss bei Phonak, wie auch bei Cochlear zusätzlich beachtet werden, dass die Geräte maximal 3 m vom Sprachprozessor entfernt sein sollten, was aber auch Sinn macht, denn man muss ja in das Mikrofon sprechen. Der Abstand Telefon-Clip vom Audiogerät (z.B. Handy) kann aber problemlos 10 m betragen. Das Mini-Mic konnte ich glasklar verstehen bei einem Abstand von getesteten 25 m!!! Vorausgesetzt ist freie Sicht auf das Mikrofon (keine Fenster/Möbel/sonstiges dazwischen). Dabei war es vollständig egal, wie ich stand: 360 Grad Drehung, der Empfang blieb stabil. Vergleichsweise fing der Roger Pen bei circa 7 m an empfindlich zu reagieren, ob sich Empfänger und Roger Pen "sehen" können. So führte eine einfache Körperdrehung zu Verbindungsabbrüchen. Es musste also der Empfänger/das CI-Ohr Richtung Roger Pen gerichtet sein. Bei 10 m verlor der Roger Pen die Verbindung laut krachend. Ich frage mich gerade, wenn ich zwei CI's hätte und zwei Empfänger habe könnte das natürlich besser sein, ABER: kracht das dann im anderen Ohr? Daher hier: Eindeutiger Pluspunkt an Cochlear.
Verbindungsmöglichkeiten
Der Telefon-Clip wird via Bluetooth angeschlossen und hat keine kabelgebundene Anschlußmöglichkeit, ich hab ihn einwandfrei mit dem Galaxy S5 koppeln können. Das Mini-Mic kann via Kabel angeschlossen werden aber nicht via Bluetooth. Der Roger Pen kann via Mini-USB am Pen und auf der anderen Seite via 3,5 mm Klinkenstecker mit Audioquellen verbunden werden. Ebenso kann der Roger Pen mit bis zu 8 Geräten via Bluetooth gekoppelt werden, wenn das 9. gekoppelt wird, ersetzt es das zuerst gekoppelte. Der via Bluetooth gekoppelte Roger Pen unterstützt Telefonaudio aber kein Medien-Audio, wie der Telefon-Clip von Cochlear. Cochlear gibt an, dass auch der Telefon-Clip bis zu 8 Geräte koppeln kann, weist aber darauf hin, dass nur 2 GLEICHZEITIG verbunden/aktiv sein können. Roger Pen und Mini-Mic können mit unbegrenzt vielen Empfängern gekoppelt werden. Wobei man beim Roger Pen einen Empfänger kaufen und mitführen muss, beim Cochlear reicht das Software Update im N6. Ich habe mit einem Adapter meinen Fernseher Bluetooth fähig gemacht und ihn mit dem Telefon-Clip verbunden, klappt einwandfrei bisher. Der Klang des TV-Streamers ist aber unbedingt besser.
Zusammenarbeit der Komponenten
Was mir bei Cochlear sehr gefällt ist, dass die Wireless-Geräte gut aufeinander abgestimmt sind. Sie können über die Fernbedienung angesteuert werden, aber auch mit der T-Spulentaste, die man 3 sek gedrückt hält zwischen den 3 Kanälen umgeschaltet werden. Es können drei Wireless Geräte gleichzeitig mit dem N6 gekoppelt werden, die auch automatisch wiedererkannt werden, dazu können diese auf die 3 Kanäle gelegt werde. Die 3 Kanäle werden in der Fernbedienung angezeigt und können ausgewählt werden. Wenn gerade eine Übertragung läuft und das Telefon klingelt, schaltet der Telefon-Clip sich ein und alles andere ab und schickt das Telefongespräch ins Ohr. Mal abgesehen davon, dass es kommunikationstechnisch und menschlich nicht unbedingt erstrebenswert erscheint, die technische Möglichkeit ist dennoch da und KANN helfen DAS zu hören, was man gerade hören möchte. Wenn keine Handystörung gewünscht ist, kann man ja immer noch das Handy ausschalten oder den Telefon-Clip. Es ist möglich unbegrenzt viele Zuhörer sowohl mit dem Roger Pen, als auch mit dem Mini-Mic mithören zu lassen. Für den Roger Pen muss die Person einen eigenen Empfänger haben, beim Minimic ist es bislang auf den N6 und auf Cochlear beschränkt. Dennoch, das die Geräte so aufeinander abgestimmt sind und so zusammenarbeiten gefällt mir sehr gut.
Zusatz-Mikrofone
Bei Vorträgen, Veranstaltungen kann es notwendig werden, dass man mehrere Mics benötigt. Der Roger Pen unterstützt bis zu 10 zusätzliche Mikrofone, die alle mit dem einen Roger Pen verbunden werden und von diesem aus dann gesteuert werden. Bei Cochlear können drei Mini Mics genutzt werden. Allerdings muss man mit der Fernbedienung dann hin und herschalten, was ist schwierig bis unmöglich finde. Wer noch mehr Mikrofone braucht sollte weitere FM-Anlagen betrachten, wie z.B. Audio-Comfort.
Kosten
249,- € inkl. MwSt. für den Telefon-Clip
219,- € inkl. MwSt. für das Mini-Mikrophone
239,- € inkl. MwSt. für den TV-Audio-Streamer.
Die Cochlear-Produkte kosten Summa sumarum 707,00 Euro, Wobei ja ein Wireless Produkt jedem N6 Nutzer zur Verfügung gestellt wird, wenn ich also das teuerste Produkt, den Telefon-Clip mit 249 Euro inkl. MwSt frei wähle bleiben noch 458 Euro. Und bei einer Neuversorgung des anderen Ohres kann man ein Wireless Gerät wählen (anstelle eines Personalaudiokabels).
Roger Pen laut Kostenvoranschlag meines Akustikers:
915 Euro für den Pen
1.192 Euro für einen Roger 14 Empfänger (für zwei Ohren braucht man dann auch zwei von diesen Empfängern)
Fairerweise muss man sagen, es gibt auch Bundle-Preise und den Roger Pen Easy (abgespeckte Version). Man kann auch mit günstigeren Empfängern auskommen, die dann ca 750 Euro das Stück kosten, aber dennoch bleibt es dabei, der Roger ist DEUTLICH teurer, als die Cochleargeräte.
Navigationssysteme
Beim Telefon-Clip wird angegeben, dass man sich mit dem Navigationsgerät via Bluetooth verbinden kann. Das ist mir nicht gelungen. "Hearing Aid Phone ist nicht mit nüvi 2599 kompatibel". Mit dem Roger Pen ist es mir allerdings auch nicht gelungen "Roger Pen ist nicht mit nüvi 2599 kompatibel" lautet hier die Fehlermeldung. Ich habe zusätzlich den Support von Garmin informiert, diese teilten mir mit, das grundsätzlich Headsets, wozu offensichtlich beide Hörhilfen gehören, nicht mit den Navigationsgeräten gekoppelt werden können. Handys aber sehr wohl. Funktioniert hat es auf meinem Galaxy S5 mit Google Maps, wobei immer die erste Sekunde nicht übertragen wird, weil der Clip solange braucht, um zu erkennen, dass das Handy Ton sendet. Das kann man umgehen, in dem man z.B. die Streamingverbindung offen hält, in dem man z.b. Musik hört. Nur... wer will das ständig? Ich bin daher der Meinung, man sollte nicht damit werben, dass das funktioniert.
Fazit
TV-Streamer, Mini-Mic erfolgreich getestet, Telefon-Clip funktioniert klasse, schaltet sich ein, wenn ein Anruf eingeht, quittiert das mit 3 kurzen Tönen, dass er an ist und verabschiedet sich auch mit einem langen Quittierungston, dass er wieder aus ist, so dass man genau weiß, was gerade geschieht und das niemand mehr mithört. Der Roger Pen quittiert auch, aber irgendwie war ich mir da nie sicher, ist er nun aus oder nicht. Nachteilig beim Telefon-Clip, dass der Clip jedes Geräusch am Handy erkennt und sich dann einschaltet. Das bedeutet, wenn man Ton bei SMS Empfang, Threema, WhatsApp aktiviert hat, dass der Clip wirklich jede Aktion meldet, sich einschaltet und auch wieder abschaltet. Das KANN man gut finden, immerhin signalisiert es dann auch eingehende Nachrichten. Bei der heutigen Nachrichtenflut finde ich es aber störend insbesondere dann, wenn man beim Telefonieren das Mischungsverhältnis verändert und die Umgebung etwas ausblendet, möglicherweise sogar ganz ausblendet. Dann nimmt man an einem Gespräch teil und jede ein- und ausgehende SMS knipst einem das Mikrofon um. Man kann es aber leicht ausblenden, wenn man die Signalsierung ausschaltet ... nur ... dann bekommt man natürlich auch nicht mehr mit, wenn etwas eingeht. Hier besteht noch Verbesserungspotential.
Die Wireless-Geräte von Cochlear können es durchaus mit dem Pen aufnehmen (…), jedoch muss man den Einsatzzweck genau betrachten, denn sowohl der Roger Pen, als auch die Wirelessgeräte haben ihre Berechtigung. Es gilt nicht, dass das eine das andere ersetzen kann. Stärken des Roger Pens wurden im Test vor allem im Round-Table Gespräch und bei der Störlärmunterdrückung festgestellt. Es sei darauf hingewiesen, dass der Test mit der Vorgängerversion des Roger Pens durchgeführt wurde, Mittlerweile wurden einige Verbesserungen am Gerät vorgenommen, so z.b soll die Reichweite erhöht worden sein, die Tasten farblich und besser sichtbar beschriftet worden sein.

Was ich nicht testen konnte, da ich nur ein CI habe, wie es mit dem beidseitigen Hören klappt, ich hab mir sagen lassen, dass es zumindest mit dem Telefon-Clip Probleme gibt auf beiden Ohren zu hören? Bedienungsfehler oder Produktionsfehler?

Text und Bild: CIV NRW News