Die CIV NRW News online

Die CIV NRW News ist die Verbandszeitschrift des Cochlea Implantat Verband NRW e.V. -
gemeinnütziger Selbshilfeverband in der DCIG e.V.

SHG Hagen im Rathaus zu HagenSehr überrascht, aber auch erfreut, zeigte sich die Leiterin der Selbsthilfegruppe für CI – Träger und Hörgeschädigte (CI-SHG Hagen und Umgebung), „die Hörschnecken“, als die Bitte des Rates zum Test der neuen FM- Anlage bei ihr eintraf. Die beiden Leiter Marion Hölterhoff und Dieter Fraune, unterstützt von Mitglieder der Gruppe(Christa Dowidat, Christa Wünsch, Friedel Ewald und Rolf Gödde) folgten dieser Bitte und stellten sich als Testpersonen zur Verfügung.
Claudia Seidel von der Beratungsstelle für Gehörlose und Ratsfrau Barbara Hanning begrüßten die Gruppe im Foyer des Rathauses und begleiteten sie zum Ratssaal.

Bild: von rechts:  Meinhard Wirth, Vorsitzender des Beirates für Menschen mit Behinderung, Ratsfrau Barbara Hanning, Oberbürgermeister Erik O. Schulz, Mitglieder der CI-SHG Hagen.

Die CI und / oder Hörgerät tragenden Testpersonen sollten an einer öffentlichen Sitzung des Rates auf der Besucherempore teilnehmen und die Sitzung mit den neuen Geräten verfolgen. Zuvor wurden sie mit den Empfängern der FM- Anlage durch den Techniker Jürgen Harnisch (Fa. Marten) ausgestattet und in die Handhabung eingewiesen.

Wie schon gesagt, sollte die neue FM-Anlage für Hörgeschädigte im Ratssaal getestet werden. Eine FM-Anlage besteht aus einem Sender, der Signale von Tonquellen, wie etwa Mikrofone oder Audioanlagen an Empfangsteile kabellos überträgt. Diese Empfangsteile sind mit einer sogenannten Induktionsschleife versehen, die sich der Hörgeschädigte um den Hals hängt. Die Induktionsschleife ist im Prinzip lediglich ein, in einer Schleife verbundener Draht. Über diese Schleife wird, wie der Name schon andeutet, per magnetischer Induktion das Tonsignal auf die Induktionsspule des CIs oder Hörgerätes geleitet. Diese Spule wird auch T-Spule genannt. Die meisten Hörgeräte sind mit einer solchen Spule ausgestattet, sie muss aber vom Hörgeräteakustiker freigeschaltet werden. Die neuen Kleinstgeräte im Hörgerätebereich verzichten leider auf Grund der Größe auf diese Spule. Die Spule wandelt die Signale dann wieder um, so dass sie vom CI oder Hörgerät angepasst, an das Ohr übermittelt werden können. Die im Ratssaal verteilten Mikrofone sind an diese FM- Anlage angeschlossen.

Bevor die Ratssitzung begann, wurde die Gruppe von Ratsmitglied Frau Hanning mit Hinweisen zum Ablauf der Sitzung und dem Test versorgt. OB Schulz begrüßte die Hörschnecken und das obligatorische Gruppenfoto wurde gemacht. Danach ging es auf den Besucher- Balkonbereich zum Vortest. Frau Hanning durfte sich Fransen an den Mund reden, damit die Gruppe den ganzen Bereich prüfen konnte. OB Schulz eröffnete kurz darauf die Sitzung und der Test unter Ratsbedingungen konnte beginnen. Wie zu erwarten, ergaben sich Anfangsschwierigkeiten. Die Empfangsgeräte hatten ab und an Empfangsstörungen und somit kleine Aussetzer. Hier muss noch einmal nachgebessert werden. Insgesamt zeigten sich die Hörschnecken aber durchaus zufrieden. Es ist eine enorme Hörerleichterung, sagte Marion Hölterhoff. Schon während des Testes wurde von einem Hörbehinderten aus dem Zuhörerbereich nach den Empfängern gefragt.

Marion Hölterhoff ließ es sich nicht nehmen, in der Ratssitzung das Wort zu ergreifen. Sie prangerte die fehlende Barrierefreiheit für Hörgeschädigte in der Stadthalle und dem Theater Hagen an.

Peter G.A. Hölterhoff

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