Erstmals wurden Patienten mit einem Cochlea-Implantat von Oticon Medical versorgt
Gleich drei Patienten bekamen innerhalb von zwei Tagen das neue Hörsystem
„Die Implantationen sind sehr erfolgreich verlaufen, und die ersten Tests noch in der laufenden Operation haben hervorragende Ergebnisse geliefert“, berichtet HNO-Klinikdirektor


Prof. Prof. h.c. Dr. med. Thomas Lenarz erfreut über die ersten Implantationen von Cochlea-Implantaten der Firma Oticon Medical in ganz Deutschland. Am Montag, 26. Oktober, und Dienstag, 27. Oktober, wurden gleich drei Patienten an der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit diesem Hörsystem versorgt.
Cochlea-Implantate (CI) sind Innenohrprothesen, die bei hochgradiger Schwerhörigkeit bis hin zu Gehörlosigkeit eingesetzt werden, um wieder oder erstmals das Sprachverstehen zu ermöglichen und damit gesellschaftliche Integration, eine Berufstätigkeit oder Bildungschancen. Das CI überbrückt die defekten Haarzellen im Innenohr und reizt den Hörnerv direkt künstlich elektrisch. Diese Form der Hörstörung, die so genannte Innenohrschwerhörigkeit, ist sehr verbreitet, von den rund 15 Millionen Schwerhörigen allein in Deutschland erfüllen rund 1 Million die Kriterien für ein Cochlea-Implantat. In einer Pionierleistung wurde 1984 an der MHH das erste Cochlea-Implantat eingesetzt und hat von hier aus den weltweiten Siegeszug angetreten. Die HNO-Klinik hat bisher nahezu 8.000 Menschen aus der Stille geholt und ist mit jährlich rund 500 Implantationen das weltweit größte Zentrum für Cochlea-Implantate und implantierbare Hörsysteme.
Oticon Medical ist seit 111 Jahren Experte in der Entwicklung von Hörgeräten und nun der weltweit vierte Hersteller dieser Innenohrprothesen. Möglich geworden ist das durch die Übernahme der Firma Neurelec, die seit Jahrzehnten im französisch sprachigen Raum Cochlea-Implantate entwickelt hat. So ist das Beste aus zwei Welten zusammengekommen: Die Kompetenz der elektrischen Stimulation und die Kompetenz der akustischen Verstärkung. Die Elektrode von Oticon Medical zeichnet sich dadurch aus, dass sie das noch vorhandene Restgehör schont, minimalinvasiv und atraumatisch eingesetzt werden kann. Gleichzeitig werden das Sprachverstehen und die Anpassung des Hörsystems deutlich verbessert. Für einseitig hochgradig Schwerhörige ist das CI von Oticon Medical eine sinnvolle Ergänzung zu einem Hörgerät auf dem anderen Ohr. "Wer auf der einen Seite ein Hörgerät trägt, will auf der anderen Seite eine ähnliche Sprachverarbeitung haben", erläutert HNO-Klinikdirektor Prof. Thomas Lenarz. Und der Business Manager von Oticon Medical, Steffen Vater, ergänzt: „Durch unsere über 100-jährige Erfahrung im Bereich Hörgeräte, können wir unsere Technologien auch in den neuen CI-Bereich einfließen lassen.“
Mit Oticon Medical gibt es nun weltweit vier Hersteller von Cochlea-Implantaten, sie sind alle im Deutschen HörZentrum Hannover der HNO-Klinik der MHH mit Firmenlounges für Patientenberatung und Kundenservice vertreten.
Die drei Patienten müssen mit dem neuen Hören noch etwas warten, zwar haben sie alle heute, Mittwoch, schon bei einer ersten Aktivierung des Cochlea-Implantats einen Probeton gehört und Tragen den Prozessor bereits während der Wundheilung bis zur 5-tägigen Feineinstellung im Rahmen der dann erfolgenden Anpassung. In etwa vier Wochen werden sie zur sogenannten Erstanpassung wieder in das DHZ kommen. Dann wird das Cochlea-Implantat vollends aktiviert und
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individuell eingestellt. „Erfahrungsgemäß haben die meisten CI-Patienten schon nach wenigen Tagen der Eingewöhnung ein offenes Sprachverstehen. Das erwarten wir mit dem neuen Hörsystem genau so“, erklärt Professor Lenarz.

 


Daniela Beyer, Öffentlichkeitsarbeit der HNO - Klinik,