SEEING_VOICES (c)Taskovski Films.jpgDiesmal in Mecklenburg-Vorpommern.
Filmpalast Capitol investiert in Barrierefreiheit.
Dokumentarfilm zum Thema Hörbehinderung im Wettbewerb: „Seeing Voices“ aus Österreich
Bereits seit einigen Jahren bietet das FILMKUNSTFEST MV – eine der größten Kulturveranstaltungen im Land – in Kooperation mit dem Schweriner Haus der Begegnung für Besucherinnen und Besucher mit vermindertem Hörvermögen eine Hörverstärkung von Filmen an. „Dank der umfangreichen Investitionen des Filmpalastes Capitol in Ausstattung und Komfort des Kinos können wir die Barrierefreiheit zur 27. Festivalausgabe vom 2.-7. Mai 2017 deutlich ausbauen“, sagt der Künstlerische Leiter des Festivals, Volker Kufahl.
„Bereits in den Vorjahren haben die Mitarbeiter vom Filmkunstfest in Zusammenarbeit mit dem Haus der Begegnung erste Angebote für Menschen mit Hör- und Sehbehinderungen geschaffen. Wir freuen uns, dass der Filmpalast nun dauerhaft den Zugang zu Kinofilmen für Menschen mit einer Beeinträchtigung ermöglicht“, so Armin Blumtritt, langjähriger Vorsitzender des Haus der Begegnung Schwerin e.V.
Das innovative CinemaConnect-System des renommierten Herstellers Sennheiser erlaubt es Zuschauern mit Seheinschränkungen in allen Sälen des Filmpalastes Capitol, Filme mit einer Audiodeskription anzuschauen. Dies geschieht ganz bequem über das eigene Smartphone, auf das lediglich eine spezielle App geladen werden muss, die sowohl für Apple iOS als auch das Android-Betriebssystem zur Verfügung steht ist.
Über diese CinemaConnect-App und dem für diesen Zweck bereitgestellten WLAN-Netzwerk erhalten die Besucherinnen und Besucher Zugriff auf die zusätzlichen Tonspuren für eingesprochene Texte und Hörverstärkungen. Diese werden per Streaming live und in Echtzeit auf das Smartphone übertragen, so dass die Nutzer den Film über Kopfhörer erleben können. Zuschauer mit Hörbeeinträchtigungen können in den Sälen Sprachverständlichkeit, Klang und Lautstärke mittels der besonders bedienerfreundlichen App an ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen. Die Technologie steht kurz vor der finalen Installation.
Das Thema Gehörlosigkeit ist explizites Thema eines beeindruckenden Films aus Österreich, der im Dokumentarfilmwettbewerb des 27. Filmkunstfestes zu sehen ist: „Seeing Voices“ des Regisseurs Dariusz Kowalski. Österreich ist
übrigens eines der wenigen Länder weltweit, in denen die Gebärdensprache als eigenständige Sprache per Verfassung anerkannt ist.
Die Protagonisten von „Seeing Voices“ sind zwar gehörlos, aber ohne Worte sind sie deshalb wahrlich nicht: Die Gebärdensprache birgt ein Paralleluniversum voller Ausdruckskraft und Magie, das den meisten Hörenden unerschlossen bleibt. Ayse, Helene und die gehörlosen Mitglieder der Familie Hager vermissen weder Musik noch das Zwitschern der Vögel, schließlich haben sie es nie gehört, sehr wohl aber das Recht auf ihre Muttersprache. Diesen schmalen Grat zwischen der hörenden und der gehörlosen Welt meistern sie alle auf völlig unterschiedliche Weise.
Alle Filme des 27. FILMKUNSTFESTs MV, die mit besonderen Audiospuren für seh- und hörbeeinträchtigte Menschen ausgestattet sind, werden in dem am 20. April erscheinenden Programmflyer des Festivals ausgewiesen.
Darüber hinaus können Zuschauer mit Höreinschränkungen zusätzlich von den deutschen Untertiteln profitieren, mit denen insbesondere Filme aus dem Gastland Dänemark und dem Focus Baltic Sea ausgestattet sind.

Foto: SEEING_VOICES (c)Taskovski Films