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Das Forschungsteam: Daniela Limburg, Jessica Carlitscheck, Rüdiger Kißgen, Julia Austermühle und Carina Hübner (v.l.)An der Universität Siegen ist gerade die Rheinland-Kita-Studie zum Thema „Inklusion in Kitas“ gestartet.
Es handelt sich um die bisher größte Untersuchung dieser Art in Deutschland.

Sind die Kitas im Rheinland auf die Inklusion gut vorbereitet? Wie sieht die personelle, materielle und bauliche Situation in den Kitas aus? Sind ausreichend Plätze für Kinder mit und ohne Behinderung vorhanden? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich ein Forscherteam rund um Prof. Dr. Rüdiger Kißgen vom Lehrstuhl für Entwicklungswissenschaft und Förderpädagogik der Universität Siegen im Rahmen einer großangelegten Studie. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hatte das Forschungsprojekt europaweit ausgeschrieben und den Zuschlag zur Durchführung Prof. Kißgen und seinem Team erteilt.
Bild: Das Forschungsteam: Daniela Limburg, Jessica Carlitscheck, Rüdiger Kißgen, Julia Austermühle und Carina Hübner (v.l.)

Bisher gebe es kaum Studien zum Thema „Inklusion in Kindertageseinrichtungen“, sagt Kißgen. Auch international sei die Zahl der Untersuchungen sehr überschaubar. „Veröffentlichungen zur ‚Inklusion in Schulen‘ gibt es inzwischen einige“, so Kißgen. Gemeinsam mit seinem Forschungsteam möchte er herausfinden, wie gut die Kitas mit pädagogischen Fachkräften ausgestattet sind und welche der möglichen zusätzlichen Leistungen für Kinder mit Behinderung die Kitas in Anspruch nehmen. Gleichzeitig wollen die ForscherInnen klären, wie zufrieden Eltern und Kitas jeweils mit der aktuellen Situation sind und wo Nachbesserungen notwendig sind. „Wir wollen wissen, was von den Geldern bei den Kindern ankommt – sei es in Form von barrierefreien Zugängen, therapeutischen Leistungen oder mehr Personal“, betont Kißgen. Das Forscherteam untersucht auch die Qualifikation des Personals. „Es weiß im Moment keiner so genau, ob die Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte für die neuen Herausforderungen rund um das Thema Inklusion in den Kitas ausreichen“, erklärt Kißgen. Beispielsweise sei unklar, wie intensiv durch Fort- und Weiterbildungsangebote nachgebessert werden müsse.

Das Projekt ist in zwei Phasen gegliedert: In der ersten Phase erhalten 5.500 Kitas im Rheinland einen Onlinefragebogen. Darin werden die wichtigsten Daten erfasst, etwa wie viele Kinder mit Behinderung die jeweilige Kita besuchen, die Qualifikationen der MitarbeiterInnen sowie die Barrierefreiheit der Gebäude. In der zweiten Projektphase, die voraussichtlich im Juni 2018 beginnen wird, möchte das Forscherteam repräsentativ ausgewählte Kitas, deren Träger, zuständige Ämter und weitere Akteure im Forschungsfeld befragen. Zusätzlich werden die ForscherInnen eine Gruppe von 30 repräsentativ ausgewählten Eltern hinzuziehen.

Auch die Frage nach dem Übergang vom Kindergarten in die Grundschule soll in die Studie mit einbezogen werden. „Dieser Übergang ist für Kinder mit Behinderung sehr problematisch. Oft wird erst einige Wochen nach Schulbeginn bei einem Elternabend nachgefragt, welche Bedürfnisse die Eltern für ihr Kind, das eine Behinderung hat, sehen“, erzählt Kißgen. Wichtig sei eine frühzeitige und enge Kooperation zwischen Kitas und Grundschulen, in die auch das –Wissen der bisher erfolgten Frühfördermaßnahmen einbezogen werden sollte. „Es ist fatal, wenn am Übergang zwischen Kindergarten und Schule Wissen über das Kind verloren geht oder nicht in Anspruch genommen wird. Der Wechsel von der einen in die nächste Institution muss für das Kind mit einer Behinderung gut vorbereitet und sinnvoll gestaltet werden.“

Das Projekt „Rheinland-Kita-Studie“ wird im April 2019 mit einer Abschlusskonferenz enden.

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